Bau der Max Aicher Arena

Max-Aicher-Arena – Eine Vision wird wahr

Die ehemalige Natureisanlage feierte im Oktober 1965 als witterungsunabhängige Kunsteisschnelllaufbahn Premiere.

Das ehemalige Freiluftstadion hatte eine insgesamt 6.600 qm großen Kunsteisfläche, die mehrfach modernisiert wurde; in Vorbereitung der Saison 1985/86 erfolgten weitere umfassende Ergänzungs- und Sanierungsmaßnahmen. Wettkampf- und Trainingsbereiche, Serviceeinrichtungen und Zuschauertrakte boten hinsichtlich Technik, Funktionalität und Komfort höchste Qualität.

Als der Internationale Eislauf Verband (ISU) im Sommer 2008 Inzell den Zuschlag für die Einzelstrecken Weltmeisterschaften im März 2011 erteilt, wurde vorausgesetzt, dass die Freiluftbahn ein Dach bekommt.

Die Überdachung und Einhausung der 400 m lange Eisschnelllaufbahn mit einem Innenradius von 21 m und einem Außenradius von 33 m die in zwei Wettkampfbahnen und eine Trainingsbahn von je vier Metern Breite unterteilt ist und eine Länge der Geraden von 113,57 m hat, war ohnehin schon anvisiert worden.

Im Sommer 2009, als die Planungen für das 36 Millionen Euro teure Projekt schon in vollem Gange waren, gab die bayerische Landesregierung grünes Licht für den Bau der Eishalle.

Im August 2009 wurde mit dem Abriss der Überdachten Tribüne, des damaligen Hotels- und Eingangsbereiches begonnen und bereits im März 2011 wurde die Einzelstrecken WM im Eisschnelllauf in der neuen Eisarena durchgeführt.

Die Aufgabenstellung war klar: Stützenfreier Innenraum, Raumhöhe mind. 9m über dem Eis, das schnellste Eis der Welt durch ein ausgeklügeltes Energie und Belüftungskonzept.

In einer Weltrekordzeit von 1 1/2 Jahren für Planung und Bau ist eine Arena entstanden die den Anspruch hat, die modernste Halle der Welt zu sein. Zahlreiche Architekturpreise untermauern dieses Ziel.

Herzstück ist ein ausgeklügeltes Energie- und Belüftungskonzept. Die für die Eisqualität entscheidende entfeuchtete Luft wird durch ein Präzisionssystem in exakt kontrolliertem Winkel/Geschwindigkeit von innen über das Eis geblasen. Die Raumluft wird technisch getrocknet, allerdings nur so stark, dass die Nasenschleimhäute der Sportler nicht austrocknen.

Die Abluft wird direkt über den Zuschauern eingesammelt. Hierdurch entsteht eine Strömungswalze die verhindert, das feuchte Luft auf die Eisfläche gelangt. Die enormen Abwärmemengen aus der Eiskälteerzeugung werden zur Beheizung der Halle genutzt.

Die extreme Spannweite des Daches ohne Stützpfeiler im Innenraum, stellte eine weitere technische Herausforderung dar. Der Dachüberstand ist der Umgebung, Himmelsrichtung und Sonneneinstrahlung angepasst. So entsteht eine weich geformte wellenartige Bewegung, die die Arena so unverwechselbar macht und dafür sorgt, dass niemals Blendlicht oder Reflexionen vom Tageslicht die Sportler beeinträchtigt.

Baubeginn September 2009  –  Fertigstellung März 2011

68 Bohrpfähle, Durchmesser 1,20 m Einzellänge bis zu 34m 5.000 m³ Beton bei 9 m³ je LKW = 552 LKWs / 740 t Bewehrungsstahl 2200 m² Glasfassade / 4500 m³ Nadelholz (Haupt- und Nebentragwerk Hallendach)
1200 t Stahl Hallendach / 2300 m Schneefänge / ca 20.000 m² Low-E Gewebe 46 km Kabel (entspricht einmal durch den Landkreis) 50 Stück Leuchtpakete bestückt mit insgesamt 2.825 Kompaktleuchtstofflampen 92 Stück Hallenlautsprecher / 1,75 km Lüftungsrohre umgewälzte Luft pro Stunde 110.000 m³ (Hallenvolumen wird alle 3 Stunden ausgetauscht) Gesamt anzusetzende Schneelast: 7.300 t (das entspricht 5.600 Stück VW-Golf)